Kornrade
Agrostemma githago
Agrostemma githago
Die Kornrade war über Jahrtausende hinweg ein vertrauter Anblick in den Feldern. Gemeinsam mit dem Getreide wurde sie ausgesät, wuchs zwischen den Halmen und gehörte ganz selbstverständlich zur Ackerlandschaft dazu. Die Samen der Kornrade sind giftig. Gelangen sie gemeinsam mit Getreide ins Mehl, kann dies gesundheitsschädlich sein.
Genau diese Eigenschaft trug dazu bei, dass sie aus der Landwirtschaft verdrängt wurde. Heute ist die Kornrade selten geworden und begegnet uns meist nur noch dort, wo sie bewusst erhalten oder wieder angesiedelt wird.
Die Kornrade war lange Zeit auch ein Symbol für den Naturpark Leiser Berge und zierte das frühere Logo - stellvertretend für viele Pflanzen, die einst eng mit der traditionellen Bewirtschaftung verbunden waren. Heute übernimmt diese Rolle die Große Kuhschelle, die stärker für die charakteristischen Lebensräume des Naturparks steht.
Mit ihren leuchtend rosafarbenen Blüten zählt die Kornrade zu den auffälligsten Pflanzen der Ackerflora. Ihre klaren Formen und die kräftige Farbe machen sie heute zu einer beliebten Zierpflanze.
Die Kornrade erzählt die Geschichte einer Landschaft im Wandel. Wo früher vielfältige Felder entstanden, dominieren heute oft einheitliche Kulturen.
Historisch zeigten diese jedoch ein deutlich anderes Erscheinungsbild, als wir es aus heutigen Ackerlandschaften gewohnt sind. Bis noch vor wenigen Jahrzehnten konnten Felder als Lebensraum für eine Vielzahl an Arten angesehen werden. Die Feldfrüchte wuchsen deutlich lockerer, was mehr Licht auf den Boden durchdringen ließ. Konkurrenzschwache Ackerunkräuter, von denen die meisten ebenso wie die Kornrade hochgradig gefährdet sind, konnten so über die Jahrtausende hinweg bestehen.
Im Naturpark wird sichtbar, wie bunt und lebendig diese Lebensräume einst waren – und welches Potenzial in ihrer Wiederbelebung liegt.