Eine Landschaft mit Geschichte

Spuren aus Jahrtausenden im Naturpark Leiser Berge

Die Leiser Berge sind seit jeher ein Lebensraum für Menschen. Erste Spuren reichen bis in das Mesolithikum zurück – ein Hinweis darauf, wie lange diese Landschaft bereits genutzt und erlebt wird.

Besonders eindrucksvoll sind die archäologischen Funde am Oberleiser Berg, die von einer bedeutenden Siedlung aus der Zeit der Völkerwanderung zeugen. Sie machen sichtbar, welche Rolle die Region schon früh als Lebens- und Rückzugsraum spielte.

Über Jahrhunderte hinweg prägten Landwirtschaft und Beweidung das Landschaftsbild. So entstand jene offene, vielfältige Kulturlandschaft, die den Naturpark Leiser Berge bis heute auszeichnet.

Blick auf Buschberg, ca. 1970
©NÖ Landeslichtbildstelle

Die Anfänge des Naturparks

Die Aufnahmen aus der Zeit um 1970 zeigen mehr als nur historische Momentaufnahmen. Sie geben Einblick in die Landschaft, wie sie zur Zeit der Unterschutzstellung ausgesehen hat: ein offenes Mosaik aus Weiden, Wiesen und lichten Gehölzen – geprägt durch die traditionelle Nutzung.

Neben diesen Landschaftsbildern dokumentieren die Fotografien auch die Anfänge des Naturparks selbst. Sie zeigen die Menschen hinter der Idee sowie erste Schritte in der Entwicklung – von der Eröffnungsfeier bis zu den frühen Beschilderungen im Gebiet.

Heute sind diese Bilder wertvolle Zeitdokumente. Sie machen sichtbar, wie sich die Landschaft verändert hat – und was es zu bewahren gilt.

Blick auf Buschberg, ca. 1970
©NÖ Landeslichtbildstelle

1970 - Gründung des Naturparks

Bereits seit 1970 besteht der Naturpark Leiser Berge, die wichtigsten Gründe für die Errichtung damals waren:

  • der Erhalt der Natur- und Kulturlandschaft
  • die Zersiedelung zu stoppen
  • das Ende der Motorcrossfahrten und Motocrossrennen am Buschberg
  • die Region touristisch interessanter zu gestalten
  • als nördlicher Erholungsort für die Bewohner von Wien

Ein prägendes Ereignis für die gesamte Region!

Alexander Ernst, Geschäftsführer Leiser Berge

1974 - Eröffnung des Wildparks

Damals war es Pflicht, dass ein Naturpark auch einen Wildpark beherbergen muss.

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©© WTG/POV/Robert Herbst

1984 - Eröffnung des Bauernmarktes in Simonsfeld

Seit dem ist er eine Gemeinschaft von Bäuerlichen Direktvermarktern und regionalen Betrieben die im Herzen den Weinviertels ihre Produkte anbeiten.

2008 - Der Naturpark wird in den Regionalentwicklungsverein Leiser Berge eingebunden

2010 - Einheitliche gelbe Beschilderung aller Wanderwege

Alle Wanderwege im Naturpark werden erstmals einheitlich gelb beschildert und sorgen so für bessere Orientierung für Besucher:innen und ein klares Erscheinungsbild im Gebiet.

2016 - Volksschule Ladendorf wird Naturpark-Schule

Die Volksschule Ladendorf wird als erste Naturpark-Schule im Naturpark Leiser Berge ausgezeichnet und verankert Naturerlebnis und Umweltbildung fest im Schulalltag.

2017 - Volksschule Ernstbrunn wird Naturpark-Schule

Mit der Auszeichnung als Naturpark-Schule wird die Volksschule Ernstbrunn die zweite Naturpark-Schule im Naturpark Leiser Berge und setzt damit einen wichtigen Schritt für die Natur- und Umweltbildung der Volksschulkinder.

2019 - Gewinn Brennnessel Naturschutzpreis

Der Naturpark Leiser Berge wird für das Projekt „Wacholderheiden Leiser Berge“ mit dem Naturschutzpreis „Die Brennnessel“ ausgezeichnet und für sein Engagement im Erhalt wertvoller Kulturlandschaften gewürdigt.

©M. Denner

2021 - Gewinn NÖ Naturschutzpreis - Josef Schöffel Förderungspreis

Der Naturpark Leiser Berge wird für das Projekt „Wacholderheiden Leiser Berge“ mit dem Josef-Schöffel-Förderungspreis ausgezeichnet, der den Erhalt der einzigartigen Wacholderheiden und ihrer Artenvielfalt würdigt.

© NLK Pfeffer
©NLK Pfeffer

2022 - Weitere Schulen und ein Kindergarten werden Teil der Naturpark-Bildungsfamilie

Im Jahr 2022 werden die Volksschulen Asparn und Niederleis, die Neuen Mittelschulen Asparn und Ernstbrunn sowie der Kindergarten Niederleis als Naturpark-Bildungseinrichtungen ausgezeichnet und stärken damit die Natur- und Umweltbildung von Kindern und Jugendlichen im Naturpark Leiser Berge.

2023 – Naturpark-Bildungsangebote wachsen weiter

Mit der Volksschule Gnadendorf sowie den beiden Kindergärten in Ernstbrunn und dem Kindergarten Ladendorf schließen sich 2023 weitere Bildungseinrichtungen dem Naturpark Leiser Berge an und vertiefen die Natur- und Umweltbildung bereits im frühen Kindesalter.

2024 - Asparner Bienennest wird Naturpark-Kinderkrippe, Gründung Projekt Wilde Weiden, Einsatzstelle JUMP Freiwilliges Umweltjahr

Im Jahr 2024 wird das Asparner Bienennest als Naturpark-Kinderkrippe ausgezeichnet, das Projekt „Wilde Weiden“ ins Leben gerufen und der Naturpark Leiser Berge zur Einsatzstelle für das JUMP - Freiwilliges Umweltjahr.

©Harald Zankl

Die Landschaft der Leiser Berge ist über Jahrhunderte hinweg durch menschliche Nutzung entstanden. Besonders die extensive Beweidung prägte die offenen Trocken- und Halbtrockenrasen, die heute zu den charakteristischen Lebensräumen des Naturparks zählen.

Mit dem Wandel der Landwirtschaft im 20. Jahrhundert gingen viele dieser traditionellen Nutzungsformen zurück. Ehemals offene Flächen verbuschten, wertvolle Lebensräume drohten verloren zu gehen.

Heute wird gezielt an diese historische Form der Bewirtschaftung angeknüpft: Durch Pflegemaßnahmen und Beweidung – etwa mit Schafen – werden die Flächen offengehalten und als artenreiche Kulturlandschaft erhalten. Der Naturpark ist zugleich Teil des Europaschutzgebiets Weinviertler Klippenzone und trägt so zum Schutz dieser besonderen Lebensräume bei.

Typische Arten wie die Kuhschelle finden hier bis heute geeignete Bedingungen und machen die lange Entwicklung dieser Landschaft sichtbar.

©NÖ Landeslichtbildstelle

Topotheken der Naturparkgemeinden

Die Geschichte der Region lebt auch in den Topotheken der Naturparkgemeinden weiter. Entdecken Sie historische Aufnahmen und persönliche Erinnerungen aus der Bevölkerung. Zu den Topotheken der Naturparkgemeinden Asparn an der Zaya, Ernstbrunn, Gnadendorf, Ladendorf und Niederleis.