Das tierische Team der Wilden Weiden

Pferde, Rinder, Schafe, Esel und Wasserbüffel als Landschaftsgestalter

Pferde fressen anders als Rinder, Esel haben andere Vorlieben als Schafe und Wasserbüffel fühlen sich dort wohl, wo es anderen längst zu nass wird. Genau diese Unterschiede machen die Vielfalt unserer Naturschutzherde aus.

Konikpferde, Tux-Zillertaler Rinder, Waldschafe, Esel und Wasserbüffel übernehmen im Naturpark Leiser Berge unterschiedliche Aufgaben. Durch ihr Fraßverhalten, ihren Tritt und ihre Bewegung gestalten sie ihre Umgebung – und tragen dazu bei, ein vielfältiges Mosaik aus offenen Flächen, Gehölzen, Feuchtbereichen und anderen Strukturen entstehen zu lassen.

Lernen Sie unsere tierischen Mitarbeiter und ihre besonderen Fähigkeiten kennen.

Konik - Dynamik mit Wildpferde-Charme

Konikpferde sind robuste, genügsame Pferde mit charakteristischer grauer Färbung und dunklem Aalstrich. Ursprünglich aus Osteuropa stammend, sind sie perfekt an raue Lebensbedingungen angepasst und gelten als besonders widerstandsfähig und genügsam. Ihre Eigenschaften machen sie zu wertvollen Partnern in der naturschutzfachlichen Beweidung.

Im Naturpark Leiser Berge tragen die unsere Pferde dazu bei, offene und halboffene Landschaften zu gestalten. Beim Fressen, bei ihrer Bewegung und durch ihr Sozialverhalten wirken sie auf Vegetation und Boden ein. Dabei entstehen unterschiedlich genutzte Bereiche, offene Stellen und vielfältige Strukturen. Besonders auf Trockenrasen und Wacholderheiden können die Pferde ihre Stärken ausspielen. Als Teil der Naturschutzherde bringen sie damit Prozesse zurück in die Landschaft, die über Jahrtausende von großen Pflanzenfressern geprägt wurden.

Unsere Konik bilden mit den Tux-Zillertaler-Rinden eine gemeinsame Herde.

Tux-Zillertaler Rinder – Kräftige Allrounder mit österreichischer Tradition

Tux-Zillertaler sind eine alte österreichische Rinderrasse. Ursprünglich in den alpinen Regionen Tirols beheimatet, sind sie an raues Klima und karge Bedingungen bestens angepasst. Robust, genügsam und trittsicher bringen sie Eigenschaften mit, die sie auch für die naturschutzfachliche Beweidung wertvoll machen. Unsere Rinder sind übrigens gebürtige Weinviertler: Vor ihrem Einsatz in den Leiser Bergen weideten sie auf trockenen Magerrasen in der Gegend um Wildendürnbach.

Mit ihrem Fraßverhalten beeinflussen die Rinder die Vegetation und tragen dazu bei, offene Bereiche und vielfältige Übergänge zu erhalten und neu entstehen zu lassen. Gleichzeitig hinterlassen die kräftigen Tiere durch ihren Tritt deutliche Spuren in der Landschaft und schaffen damit kleinräumige Veränderungen.

Im Naturpark Leiser Berge kommen die Tux-Zillertaler gemeinsam mit unseren Konik-Pferden unter anderem auf Trockenrasen und Wacholderheiden zum Einsatz. Als seltene, traditionsreiche Nutztierrasse stehen sie dabei auch für ein Stück lebendiges Kulturerbe.

Wasserbüffel - Landschaftsgestalter in Feuchtgebieten

Unsere Wasserbüffel sind echte Spezialisten für Feuchtwiesen und Retentionsflächen. Gemeinsam übernehmen sie dort, wo andere Weidetiere längst umkehren würden, die Pflegearbeit: In sumpfigen Bereichen schaffen sie durch ihr Suhlen und Grasen offene Strukturen, fördern Licht und Vielfalt und verhindern das Zuwachsen wertvoller Feuchtflächen durch Schilf und Gehölze.

Ihre Anwesenheit hat nicht nur ökologische, sondern auch kulturgeschichtliche Bedeutung: Denn Wasserbüffel sind keineswegs so exotisch, wie man vielleicht glaubt – ihre Vorfahren waren auch in Mitteleuropa heimisch. Mit ihrer Ruhe und Gelassenheit tragen sie dazu bei, wertvolle Lebensräume für Amphibien, Libellen und zahlreiche Pflanzenarten zu erhalten. So helfen sie mit, unsere Feuchtgebiete lebendig und artenreich zu gestalten.

Hausesel - Spezialisten für Trockenstandorte

Unsere Esel sind wahre Überlebenskünstler – robust, genügsam und perfekt angepasst an trockene, felsige Lebensräume. Sie fühlen sich dort wohl, wo andere Weidetiere kaum noch etwas finden, und leisten damit einen wertvollen Beitrag zur Offenhaltung magerer Standorte.

Mit ihrem ausgeprägten Appetit auf dornige und harte Pflanzen sorgen sie dafür, dass auch verbuschende Flächen wieder durchlässig werden. Durch ihr ruhiges, neugieriges Wesen und ihre Trittsicherheit sind sie ideale Landschaftspfleger im unwegsamen Gelände.

Unsere heutigen Esel knüpfen an eine lange Tradition an: Knochenfunde belegen, dass der Europäische Wildesel (Equus hydruntinus) bis in die Jungsteinzeit in Ostösterreich vorkam. Mit unseren Eseln kehrt damit zwar nicht der ausgestorbene Europäische Wildesel selbst zurück, wohl aber ein Landschaftsgestalter mit ähnlichen Eigenschaften: ein robustes Tier, das durch Fraß, Tritt und Bewegung auf seine Umgebung wirkt.

Gemeinsam mit den Schafböcken wirken sie auf Flächen, die für die Rinder und Pferde zu klein oder zu felsig sind.

Waldschafe - Spezialisten für karge Standorte

Waldschafe gehören zu den alten, robusten Schafrassen Mitteleuropas. Ihr dichtes, wetterfestes Fell und ihre Genügsamkeit machen sie zu verlässlichen Landschaftspflegern – und zu einem langjährigen Teil unserer Naturschutzherde.

Im Naturpark Leiser Berge kommen die Waldschafe auf besonders kleinen oder felsigen Flächen zum Einsatz. Mit ihrem Fraß halten sie die Vegetation in Bewegung und tragen dazu bei, dass offene und halboffene Strukturen erhalten bleiben.

Gleichzeitig bewahren wir mit den Waldschafen eine alte Nutztierrasse. Damit verbinden sich auf den Wilden Weiden Naturschutz und ein Stück traditioneller Kulturlandschaft.

Unsere Waldschafe sind in zwei Herden im Einsatz: Die größere Mutterschafherde einerseits sowie die Böcke andererseits, welche gemeinsam mit den Eseln unterwegs ist.