Naturpark Leiser Berge setzt auf aktive Pflege

15.10.2025, Ernstbrunn, Ladendorf, Niederleis, Asparn

Im Naturpark Leiser Berge werden derzeit drei gezielte Naturschutzprojekte umgesetzt, um bedrohte Lebensräume zu erhalten und die Artenvielfalt zu fördern. Gemeinsam arbeitet die Region daran, wertvolle Biotope langfristig zu sichern.

Der Naturpark Leiser Berge setzt gemeinsam mit engagierten Helferinnen und Helfer aktuell drei wichtige Naturschutzprojekte um – mit dem Ziel, gefährdete Lebensräume zu erhalten und die Biodiversität langfristig zu sichern.

Durch den fachgerechten Rückschnitt von 131 alten Kopfweiden in vier Gemeinden werden wertvolle Biotope für geschützte Arten wie Juchtenkäfer, Wendehals oder Steinkauz gesichert. Die Bäume waren durch fehlende Nutzung in Gefahr zu zerbrechen – nun können sie wieder als Lebensraum für viele bedrohte Tierarten dienen.

In Ladendorf wird die historische Lindenallee mit 130 neu gepflanzten Sommerlinden ergänzt. Damit entstehen künftig neue Rückzugsorte für seltene Käfer- und Vogelarten – ein wichtiger Beitrag zum Erhalt dieses Naturdenkmals und zur Lebensraumvernetzung.

Auf einer 4,5 Hektar großen Trockenrasenfläche bei Ernstbrunn wird zudem durch gezielte Beweidung der Rückgang wertvoller Pflanzenarten wie der Großen Kuhschelle gestoppt. So entsteht neuer Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

Mit vereinten Kräften und der wertvollen Unterstützung unserer tierischen Mitarbeiter, setzen wir konkrete Maßnahmen, um gefährdete Lebensräume zu erhalten und damit die Artenvielfalt zu sichern. Gemeinsam schaffen wir so die Grundlage für eine lebendige und artenreiche Zukunft im Naturpark Leiser Berge und darüber hinaus.“ So Alexander Ernst, Geschäftsführer Naturpark Leiser Berge.

Landschaften voller Leben

Das Renaturierungsprojekt in den Leiser Bergen war eine von insgesamt 15 Initiativen im Rahmen des Projekts „Landschaften voller Leben“, welches durch den Biodiversitätsfonds gefördert wird. In diesem Projekt bündeln elf Naturparke aus sechs Bundesländern gemeinsam mit dem Verband der Naturparke Österreichs die Kraft ihres Netzwerks zum Schutz der biologischen Vielfalt.

Beabsichtigt wird der Erhalt gefährdeter Arten und ihrer Lebensräume sowie der Revitalisierung geschädigter Ökosysteme. Auf insgesamt 62 Projektflächen mit einer Gesamtgröße von 71 Hektar profitieren Flora und Fauna vom engagierten Einsatz der Naturparke. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Förderung der Lebensraumvernetzung – ein zentraler Faktor für langfristig funktionierende, naturnahe Lebensräume.

Dieses Engagement unterstreicht die zentrale Rolle, die Naturparke als Modellregionen für nachhaltige Entwicklung und aktiven Naturschutz spielen. Dies betont auch Veit Kern, Projektkoordinator beim Verband der Naturparke Österreichs, wenn er feststellt: „Die Maßnahmen zeigen: Naturschutz wirkt. Und er braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen – für eine lebendige Zukunft, für Vielfalt, für unsere Landschaften voller Leben.“

Naturparke im Überblick

In Österreich gibt es 47 Naturparke, die sich quer über das Land verteilen – vom Neusiedler See im Burgenland bis zur Nagelfluhkette in Vorarlberg. Zusammen haben sie eine Fläche von 6.192 km² und verteilen sich auf 224 Gemeinden mit über 750.000 Einwohner:innen. Naturparke sind geschützte Natur- und Kulturlandschaften und zeichnen sich durch ihre regionale Eigenart, die wohlausgewogene Nutzung, kulturelle Besonderheiten sowie ein breites Angebot an Möglichkeiten des Naturerlebens aus.

In den Naturparken engagieren sich viele unterschiedliche Akteur:innen für die Bewahrung der charakteristischen Landschaften und der darin beheimateten Tier- und Pflanzenwelt. So gibt es in Österreich insgesamt 192 zertifizierte Naturpark-Schulen und 111 Naturpark-Kindergärten bzw. -Horte. Auch zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe in diesen Regionen arbeiten eng mit den Naturpark-Managements zusammen und schreiben Nachhaltigkeit groß. Nicht zu vergessen sind die unzähligen Personen, die in der Naturvermittlung tätig sind oder sich in den Naturpark-Büros und Vereinen engagieren.
 

Weiterführende Informationen


Rückfragehinweis:
Veit Kern, MA
Projektkoordinator
Tel.: +43 (0) 316 31 88 48 - 14
E-Mail: kern@naturparke.at

Mit Unterstützung des Biodiversitätsfonds, finanziert von der Europäischen Union – NextGenerationEU und dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft.