Schafe, © Leiser Berge

Wacholderheiden Leiser Berge

Sicherung von Österreichs größtem Wacholdervorkommen

Der gesamte Höhenrücken des Buschberges sowie großräumig die Region Leiser Berge sind ein Jahrtausende altes Siedlungsgebiet.

Weidetiere spielten im Leben der ländlichen Bevölkerung stets eine zentrale Rolle. Die kargen, flachgründigen Böden in diesem Gebiet ließen kaum Ackerbau zu. So kann davon ausgegangen werden, dass Weidewirtschaft über Jahrhunderte hinweg prägend für Landschaft und Vegetation war. Das Resultat waren ausgedehnte, steppenartige Landschaften mit weideresistenten Gehölzen. Der Wacholder war aufgrund seiner extrem spitzen Nadeln gut vor dem Hunger der Weidetiere geschützt. Wacholderheiden sind ein Relikt aus vergangenen Zeiten und erzählen über die damalige Nutzungsform der Landschaft. 

Der Naturpark Leiser Berge beherbergt mit ca. 1.200 Exemplaren das wohl größte bekannte Vorkommen an Wacholderbeständen in Österreich. In einem ersten Schritt wurden anhand einer großflächigen Kartierung Wacholderheiden geschaffen. Diese bildeten die Grundlage zur Entbuschung der Flächen und zur Freistellung der alten Wacholderbestände. Die Arbeiten erfolgen nun Schritt für Schritt, um die ausgewählten Areale anschließend wieder mit Schafen zu beweiden. Zudem wurden bereits im November 2019, gemeinsam mit den Naturpark-Schulen und zahlreichen freiwilligen Helfern und Helferinnen,  junge Wacholderpflanzen auf zukünftige Weideflächen gepflanzt. 

Der Wacholder selbst kann als äußerst bemerkenswerte und seltene Gehölzart bezeichnet werden, mit ihm würde zeitgleich ein gesamter Lebensraum mit vielen, teils hochgradig gefährdeten Arten der Halbtrockenrasen wieder zurück kehren.